Serge Lutgen
Mitglied der Geschäftsleitung

Scobag Anlagebrief

Die Inflation dominiert das Börsengeschehen. Vor wenigen Monaten wurde noch gehofft, dass der Inflationsschub ein vorübergehendes Phänomen sein würde. Nun zeigt sich immer mehr, dass der Preisanstieg länger anhält als erhofft und stärker ausfällt als erwartet. Das zwingt die Notenbanken zu einer Reaktion in Form von steigenden Zinsen. In Kombination mit der nachlassenden Konjunkturdynamik entsteht damit die Basis für ein stagflationäres Umfeld. Aber was heisst Stagflation? Was sind die Folgen für die Finanzmärkte und welche Wege gibt es aus dieser Situation zurück zu stabilerem Wirtschaftswachstum? Die Finanzmärkte haben bereits mit starken Kursverlusten auf die schwierige Konjunkturlage reagiert. Die anstehende Berichtssaison, in welcher die kotierten Firmen ihre Bücher öffnen und über den Ausblick berichten, wird nun zu einer wichtigen Phase im Finanzjahr 2022 die mitentscheidend ist für die Marktbewegung im zweiten Semester. Allzu viel Optimismus wird kaum versprüht werden, dafür ist das Umfeld zu schwierig. Da aber die Kurse bereits viel Vorsicht in den Preisen reflektieren, besteht auch die Chance für Kursgewinne, sollten sich die Firmen weniger pessimistisch zeigen als befürchtet wird.

In schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass man sich als Anleger an seine grundsätzliche Anlagestrategie hält und die Pläne nicht kopflos über Bord wirft. Eine Anpassung der Anlagestrategie ist nur dann von Nöten, wenn sich die Lebensumstände des Investors (z.B. die Risikofähigkeit, der Anlagehorizont oder ähnliches) ändert. Für kurzfristige Anpassungen, abhängig von der Marktlage, wird die Anlagetaktik genutzt. Die Scobag bleibt bei einer defensiven Ausrichtung, bis eine Verbesserung der fundamentalen Situation sichtbar wird.

Jahresperformance per 30.06.2022