Nicolas Müller
Stv. Leiter Kundenberatung

Scobag Anlagebrief

Lange hatte das Coronavirus, trotz Ausbruch in China im Januar, den Finanzmärkten kaum etwas anhaben können. Noch am 19. Februar notierten viele Börsen auf einem Allzeithoch, bevor es in vielen Anlageklassen zur stärksten Korrektur seit langem kam. Nachdem sich das Virus auch in Europa und in den USA rasch ausbreitete, erlitten die Aktienmärkte schockartige Kursverluste von 30-40% in weniger als 30 Tagen. Die radikalen Eindämmungsmassnahmen rund um den Globus sorgen für Schockwellen, wie sie die Weltwirtschaft seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt hat. Mit der Erhöhung der Ölförderleistung sorgte Saudi-Arabien für zusätzliche Probleme in vielen Industriebereichen, die von einem höheren Preis für Erdöl abhängen. Erst notfallartige, massive Stützungsmassnahmen der Notenbanken und enorme globale Hilfs- und Konjunkturprogramme bremsten den Kurssturz und lösten eine leichte Erholung aus. Auch klassische Schutzhäfen wie Gold und Staatsanleihen haben negativ überrascht, da viele Investoren gezwungen wurden, vermeintlich sichere Anlagen zu verkaufen, um die eigene Liquidität zu sichern. Für die Realwirtschaft und die Finanzmärkte ist die heutige Situation der grösste Stresstest seit der Finanzkrise 2008/09. Historische Vergleichsmöglichkeiten gibt es wenig. Einen externen Schock, der gleichzeitig die Konsumfreude abwürgt und die globalen Lieferketten vor immense Probleme stellt, gab es in dieser Form noch nie. Trotzdem glauben wir, dass Aktien als langfristige Anlagekategorie weiterhin ihre Berechtigung haben und sind zuversichtlich, dass auch dieses Marktumfeld Chancen für Investitionen in attraktive Firmen mit überzeugenden Produkten und Strategien bietet.

Jahresperformance per 31.03.2020